Was ist Digitaldruck?

Beim Digitaldruck wird ein Druckbild aus einer digitalen Datei von einem Computer in einen Drucker übertragen. Die am weitesten verbreiteten digitalen Druckverfahren sind der Inkjetdruck und der Laserdruck.

Wie funktioniert Digitaldruck genau?

Vorerst unterscheiden wir zwischen zwei unterschiedlichen Verfahren.

Großformatdrucker produziert hochauflösende, farbintensive Grafiken auf Rollenmaterial in einer professionellen Printproduktion.

Inkjetdruck

Bei diesem Verfahren werden durch elektronische Impulse Druckfarben auf ein Medium geschossen. Im Inkjetdruck können folgende Medien bedruckt werden: Papiere, Gewebe (einschließlich T-Shirt-Druck), Kunststoffe (Banner), selbstklebende Folien (PVC), Hartmaterialien (UV Druck) und vieles mehr. Digitaldruckfarben beinhalten den traditionellen CMYK-Farbraum sowie Sonderfarben wie zum Beispiel „Light Töne“ (lC, lM, lK), Weiß, Orange, Grün, Metallic und ggf. weiteren Farben. Der Digitaldruck eignet sich für große aber auch kleinere Auflagen.

Textildruck mit Transferfolie und OKI-Drucker beim Aufbringen eines mehrfarbigen Motivs auf ein schwarzes T-Shirt.

Laserdruck

Beim Laserdruckverfahren werden digitale Druckdaten mittels einem Toner auf Papier übertragen. Die gängigsten Formate sind im Bereich der Laserdrucker sind Din A4/A3. Das Tonerverfahren arbeitet mit Heizelementen und statischer Aufladung, die wiederum eine Übertragung generieren. Der typische CMYK Farbbereich wird hier vorrangig abgedeckt – vereinzelt sind auch Sonderfarben möglich, wie zum Beispiel Weiß, Neon usw.


CMYK-Farbmodell mit Cyan, Magenta und Gelb zur Darstellung subtraktiver Farbmischung im Druck und Siebdruck.

Was ist CMYK?

CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz). Grob gesagt: helles Blau, helles Rot, Gelb, Schwarz. Mit diesen 4 Farben werden im Digitaldruck farbige Daten gedruckt. Digitaldrucksysteme verwenden also ein Cyan, Magenta und Yellow mit mehr Farbinformationen. Wenn man nun den größeren Farbraum einer Digitaldruckmaschine optimal ausnutzen möchte, sollte man die Original-RGB-Daten verwenden und erst im Druck in den CMYK-Farbraum gehen. So erzielt man ein „schöneres“ Druckergebnis.

RGB-Farbmodell mit überlappenden roten, grünen und blauen Kreisen zur Darstellung additiver Farbmischung im Grafikdesign.

Was ist RGB?

RGB sind Lichtfarben R: Rot / G: Grün / B: Blau – Zusammen ergeben diese Weiß. Wobei sich der RGB Farbraum speziell für die Betrachtung am Monitor eignet. Beim RGB Modus handelt es sich um ein additives Farbmodell. Werden die 3 Grundfarben zu je 255 gemischt (addiert) ergibt sich ein Weiß (additive Lichtmischung).


Hinweise zum Druck

Die Digitaldruckmedien müssen prinzipiell mit großer Sorgfalt gehandhabt werden, um Oberflächenbeschädigungen oder Verunreinigungen zu vermeiden. Vor dem Druck bzw. dem Andruck ist die Oberfläche hinsichtlich der Beschaffenheit zu kontrollieren. Zusätzlich sollte die Profilierung der Druckdatei überprüft werden. Des Weiteren müssen hinsichtlich Einsatzbereich (innen / außen) und Haltbarkeit immer die Angaben zu den Digitaldruckmaterialien und den Tinten beachtet und abgeglichen werden.

Detailprüfung eines Druckergebnisses mit Lupe in der Druckproduktion zur Sicherstellung von Farb- und Druckqualität.

Schnelllaufende Druckbahn mit farbigen Streifen in einer industriellen Trocknungs- und Produktionsanlage für Druckerzeugnisse.

Trocknung

Frisch bedruckte Medien müssen nach dem Druckprozess ausgebreitet trocknen, um ein Entweichen der Lösungsmittel in den Tinten zu ermöglichen. Wird mit dem Laminieren zu früh begonnen, können abhängig von der verwendeten Tinte, vorhandene Restlösungsmittel der Tinten nicht komplett entweichen und so die Funktion der Folie (Klebkraft, Haltbarkeit) beeinträchtigen. Sollten vor dem Ende des Trocknungsprozesses, mittels eines Schneideplotters, die Grafiken im bedruckten Bereich geschnitten werden, ist mit einem möglichen Schrumpf zu rechnen. Die meisten Hersteller empfehlen eine Trocknungszeit im ausgebreiteten Zustand.


Laminierung

Für eine längere Lebensdauer wird empfohlen Inkjetdrucke zu laminieren. Zum einen verbessern Laminate die Farbwirkung der Drucke, zum anderen schützen Laminate vor UV-Strahlen sowie vor Feuchtigkeit und Abrieb. Die Laminierung muss spannungsfrei erfolgen, um eine Verformung des Folienverbundes zu vermeiden. Es ist zu empfehlen die Angaben des jeweiligen Herstellers zu beachten und passende Varianten zu verwenden, da deren Rohstoff­zusammensetzung genau aufeinander abgestimmt sind.

Laminiermaschine für Druckveredelung mit Schutzfolie zur Oberflächenversiegelung von Druckprodukten im Produktionsprozess.

Großformatdrucker produziert brillante, farbintensive Motive auf Rollenmaterial im professionellen Digitaldruckverfahren.

Vorteile des Digitaldrucks

Der Digitaldruck kommt ohne den Einsatz von Offset-Druckplatten aus, so entstehen auch keine Rüstkosten bei diesem Druckverfahren. Gleichzeitig ermöglicht der Digitaldruck kleine Serien und sogar Einzelauflagen anzufertigen. Er ist günstiger für die Produktion, da schnellere Durchlaufzeiten erreicht werden. Zusätzlich hat man die Möglichkeiten zum Experimentieren, umso noch mehr Erfahrungen sammeln zu können. Einfachere und kostengünstigere Änderungen können in letzter Minute noch korrigiert werden (Print-on-Demand). Marken können so unmittelbar mit den Nutzern kommunizieren (Connected Packaging). Individuell anpassbare Personalisierung und Versionierung (Mass Customization).


Beliebte Anwendungsgebiete

  • Broschüren
  • Visitenkarten
  • Leinwände
  • Schilder
  • Poster
  • Kalender
  • Großformatig
  • Fotos
  • Banner
  • Messestände
Druckvorbereitung und Qualitätskontrolle im Digitaldruck mit zwei Personen und Farbmusterbogen in einer modernen Druckerei.

Kosmetikverpackungen mit individuellem Logo, bedruckte Flaschen und Glasbehälter für Beauty-Produkte als Beispiel für hochwertigen Digital- und Verpackungsdruck.

Übergreifende Anwendungsgebiete

Der Digitaldruck kann auch in der industriellen Fertigung von Gütern und Bauteilen aller Art integriert werden z.B.:

  • Bedruckung von geformten Objekten und Hohlkörpern im Tintenstrahldruck (alternative zum Sieb- und Tampondruck)
  • Dekordruck (Tapeten, Furniere) im Tintenstrahldruck (Ergänzung zum Tief- und Flexodruck)
  • Textildruck im Tintenstrahl- und Thermosublimationsdruck (alternative zum Sieb- und Flexodruck)
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